Schnabl Engineering am Nürburgring: Rennen gewonnen, Platz zwei verloren

Es war das perfekte Rennwochenende für Schnabl Engineering auf der Nordschleife. Doch die technische Nachkontrolle im Anschluss an das ROWE 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen im Rahmen der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) 2023 machte aus dem Doppelsieg des Teams „nur“ einen ersten Platz: Das zweitplatzierte Fahrzeug wurde aufgrund eines Regelverstoßes nachträglich aus der Wertung genommen.

„Regeln sind Regeln“, sagt Teamchef Sven Schnabl. „Den Wertungsausschluss müssen wir akzeptieren, auch wenn es schmerzhaft ist. Es ist nur schade um den Doppelsieg und es tut mir leid für das Team und die Fahrer.“

Denn den Erfolg auf der Rennstrecke hatte sich Schnabl Engineering hart erarbeitet. Joel Eriksson und David Pittard waren im Qualifying ihrem Instinkt gefolgt und hatten eine frühe Runde gedreht. Mit 7:56.438 Minuten sicherten sie sich im Falken-Porsche 911 GT3 R der neusten Generation den dritten Startplatz unter 111 Teilnehmern, als schnellster Porsche und nur 2,228 Sekunden hinter der Spitze. Weniger glücklich war das Timing beim Schwesterauto von Dennis Fetzer und Martin Ragginger gewesen: Das Duo geriet bei seinem besten Versuch in eine Code-60-Zone, musste Tempo herausnehmen und kam mit 8:27.709 Minuten nur auf Position 20.

„Auch wenn es das Ergebnis so nicht zeigte: Wir wussten, der Speed war da bei beiden Autos“, sagt Sven Schnabl.

Entsprechend zuversichtlich ging die Mannschaft aus Butzbach in die 6-Stunden-Renndistanz. Und schon bald bewegten sich nicht nur Eriksson/Pittard in der Spitzengruppe, sondern auch Fetzer/Ragginger. Mehr noch: Die beiden Falken-Porsche fuhren zeitweise sogar direkt hintereinander und konnten es sich nach 41 Rennrunden sogar leisten, ein enges Fotofinish zu inszenieren. Denn auf der Strecke hatte das Team mit fast drei Minuten Vorsprung auf den nächsten Verfolger einen ausreichend großen Vorsprung herausgefahren und mit 7:57.370 Minuten durch Eriksson/Pittard noch die schnellste Rennrunde erzielt.

„Alle Beteiligten haben hier eine Topleistung erbracht“, meint Teamchef Sven Schnabl. „Unser Speed war gut und wir haben keine Fehler gemacht, wo die Konkurrenz teilweise ins Straucheln geraten ist. Aber so ist es eben: Bei einem 6-Stunden-Rennen musst du erst mal durchkommen.“

Lange Bestand hatte das hervorragende Teamergebnis von Schnabl Engineering aber nicht: Der zweitplatzierte Falken-Porsche mit der Startnummer vier fiel durch die technische Nachkontrolle, weil der Einstellwinkel des Heckflügels nicht korrekt war – er lag um 0,2 Grad außerhalb der Toleranz. Und darauf steht die Disqualifikation des Fahrzeugs.

„Diese kleine Abweichung hat die Leistung auf der Rennstrecke nicht beeinflusst, aber wir waren damit eben außerhalb des zulässigen Bereichs. Und dann ist das eben die Konsequenz“, sagt Sven Schnabl. Er betont: „Ein solcher Fehler darf eigentlich nicht passieren und jetzt ist er passiert. Das ist natürlich sehr enttäuschend für uns alle und vor allem für die Fahrer, die ein wirklich tolles Rennen hingelegt haben. Aber es ist jetzt so und wir nehmen das hin. Auch wenn unser Sieg nun einen faden Beigeschmack hat, weil es eben kein Doppelsieg mehr ist.“

Der Sieg beim fünften NLS-Saisonlauf aber bleibt dem Einsatzteam von Falken Motorsports. Es ist sein erster Nordschleifen-Triumph in diesem Jahr, der erste überhaupt für die neue Porsche-Generation und der erste Rennerfolg am Nürburgring für Schnabl Engineering seit dem sechsten NLS-Rennen 2022. Damit schreibt das Team zudem seine Serie mit Top-10-Ergebnissen fort, die seit dem Frühjahr der vergangenen Saison hält.

Und schon in wenigen Wochen will der Rennstall um Teamchef Sven Schnabl an diese guten Ergebnisse anknüpfen, und zwar beim sechsten Lauf der NLS-Saison 2023, dem ADAC ACAS Cup am 9. September. „Diese Veranstaltung wollen wir dann auch wieder für ausführliche Reifentests nutzen“, sagt Sven Schnabl. „Denn wie immer ab dem Sommer richtet sich unser Blick bereits auf das kommende Jahr und unseren Saisonhöhepunkt, das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Die Vorbereitungen darauf laufen schon jetzt.“