Zurück auf der Überholspur: Schnabl Engineering hat beim ersten Nordschleifen-Rennen nach dem berühmten 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring einen überzeugenden Doppelsieg erzielt. Der Erfolg beim KW 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen markierte den bereits dritten Saisonsieg für das Einsatzteam von Falken Motorsports – und das bei der erst vierten Rennteilnahme bei der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) 2025.
„Wir sind natürlich sehr zufrieden mit diesem Ergebnis“, sagt Teamchef Sven Schnabl. „Es hat einfach alles gepasst.“
Und zwar von Anfang an: Der sechste Meisterschaftslauf stand ganz im Zeichen der markant blau-grünen Rennwagen von Schnabl Engineering. Auf zunächst feuchter Strecke sicherten sich Dennis Marschall und Nico Menzel im Qualifying mit 8:10,838 Minuten und zwei Sekunden Vorsprung souverän die Pole-Position – die erste in diesem Jahr. Das Schwesterauto mit Klaus Bachler und Sven Müller kam auf der 24,358 Kilometer langen Strecke mit rund zwölf Sekunden Rückstand auf den fünften Platz.
„So eng liegen Glück und Pech beisammen: Unsere Startnummer vier hat unter diesen Bedingungen die perfekte Runde erwischt – unsere Startnummer drei sah mehrfach gelbe Flaggen. Aber unterm Strich war das Qualifying-Resultat natürlich in Ordnung“, meint Sven Schnabl.
Umso mehr, weil sich die beiden Porsche 911 GT3 R im Rennen von Anfang an unter den Spitzenfahrzeugen befanden – ohne genau zu wissen, wie groß die Renndistanz sein würde: Aufgrund der Wetterbedingungen am Nürburgring mit viel Nebel war der Start verschoben worden. Klar war nur: Die reine Fahrzeit würde weniger als die geplanten sechs Stunden betragen.
„Wir gingen zu Beginn von 32 Runden aus“, erklärt Teamchef Sven Schnabl. „Es entwickelte sich jedoch ein megaschnelles Rennen mit nur wenigen Gelbphasen, sodass es am Ende 33 Runden wurden.“
Über weite Strecken hatte Schnabl Engineering eine Doppelführung inne und entschied sich für leicht abweichende Strategien bei seinen Fahrzeugen – mit je einem kürzeren Stopp ganz zum Schluss. Diese Taktik ging auf: Bachler/Müller kreuzten nach 33 Rennrunden die Ziellinie nur 5,127 Sekunden vor Marschall/Menzel im anderen Falken-Porsche. Das bedeutete die Podestplätze sechs und sieben in der NLS-Saison 2025.
„Das war ein super Rennen für uns“, sagt Sven Schnabl. „Beide Autos sind prima durchgekommen. Die Fahrer haben ihre Sache sehr gut gemacht und uns sind keine Fehler unterlaufen. Ein Doppelsieg ist natürlich immer schön.“
Einziger Wermutstropfen: die geringe Konkurrenzdichte beim sechsten NLS-Lauf mit insgesamt 107 Teilnehmern. „Leider war das Rennen mit nur drei Pro-Autos nicht so stark besetzt“, sagt Teamchef Sven Schnabl mit Blick auf den Vorsprung von über viereinhalb Minuten auf das nächstbeste Auto. „Aber nichtsdestotrotz: Sieg ist Sieg. Man muss ja erst einmal über die Distanz kommen.“
Apropos: Als Spitzenreiter hätte es das Team aus Butzbach bei Frankfurt selbst in der Hand gehabt, nur 32 Rennrunden zu bestreiten – nur zehn Sekunden hätte das führende Auto verzögern müssen, dann wäre die Distanz geringer geblieben. „Wir wollen aber Rennen fahren“, erklärt Sven Schnabl. „Nach der Verzögerung vor dem Rennen haben wir daher gerne die zusätzlichen Kilometer mitgenommen.“ Wie schon am Freitag, als Schnabl Engineering vorab Fahrwerkstests auf dem Grand-Prix-Kurs absolviert hat.
Denn nach dem 24-Stunden-Rennen ist vor dem 24-Stunden-Rennen: Das Einsatzteam von Falken Motorsports bereitet sich schon auf den nächstjährigen Saisonhöhepunkt vor. Auf dem Weg dahin wartet als nächste Aufgabe der „Double-Header“ im NLS-Kalender: die Saisonläufe sieben und acht über jeweils vier Stunden am 13. und 14. September auf der Nürburgring-Nordschleife. Und dann zählt Falken Motorsport wieder zu den Favoriten.