Schnabl Engineering verpasst Zielankunft am Nürburgring

Kurz nach Rennhälfte platzten die Hoffnungen auf das sechste Podestergebnis in Folge: Klaus Bachler und Benjamin Leuchter schieden bei der 57. ADAC Rundstrecken-Trophy mit technischem Defekt aus. Deshalb sah Schnabl Engineering bei seinem zweiten Nordschleifen-Einsatz des Jahres nicht das Ziel.

„Natürlich ist es schade, dass wir nicht durchgekommen sind. Trotzdem stehen wir nach dem Wochenende nicht mit leeren Händen da“, sagte Teamchef Sven Schnabl.

Denn das Einsatzteam von Falken Motorsports hatte bereits vor der Rennveranstaltung umfangreiche Testfahrten auf der Nürburgring-Nordschleife unternommen: Der Rennstall aus Butzbach bei Frankfurt nutzte den Donnerstag und den Freitag, um die Abstimmung an seinem Porsche 911 GT3 R zu verfeinern.

„Auf einer so anspruchsvollen Rennstrecke wie der Nordschleife zählt für Fahrer und Team jeder Kilometer“, erklärte Sven Schnabl. „Nach der wetterbedingten Absage des ersten Saisonrennens fehlten uns noch einige Erfahrungswerte. Diese konnten wir an den beiden Testtagen sammeln. Wir haben vieles ausprobiert, das uns bei den kommenden Rennen helfen dürfte.“

Doch im Qualifying zum dritten Lauf der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) 2026 kamen diese Verbesserungen noch nicht zum Tragen: Schnabl Engineering erreichte mit Bachler/Leuchter im markant blau-grünen Falken-Porsche nur den siebten Platz in der Startaufstellung – über 11,3 Sekunden hinter der Bestzeit.

„Wir haben leider keine saubere Runde erwischt“, sagte Teamchef Sven Schnabl. „Timing ist alles – aber dieses Mal war es durch etliche Zwischenfälle, gelbe Flaggen und Code-60-Phasen nicht auf unserer Seite.“

Bachler und Leuchter ließen sich davon aber nicht entmutigen und starteten mit der Nummer 44 gut ins vierstündige Rennen: Der markant blau-grüne Rennwagen hielt die Tuchfühlung zur Spitzengruppe und lag nach zwei Stints in Reichweite der Podestplätze. Kurz vor dem dritten Boxenstopp aber passierte es: Den Falken-Porsche ereilte nach 15 Runden ein Reifenschaden hinten rechts.

„So ein Problem ist nie gut. Es ist aber besonders schlecht, wenn es kurz nach der Einfahrt zur Nordschleife auftritt – wenn der Weg zurück zur Boxengasse noch lang ist“, erklärte Teamchef Sven Schnabl.

Zwar versuchte Leuchter noch, das Auto in langsamer Fahrt um den Kurs zu tragen, stellte es jedoch im Bereich „Hohe Acht“ am Streckenrand ab, um keine größeren Schäden zu riskieren. Damit war das Aus der Startnummer 44 besiegelt.

Für Schnabl Engineering ging es anschließend nur noch darum, Leuchter schnellstmöglich in die Boxengasse zurückzubringen – er war im Rennen noch für ein anderes Team gemeldet. Deshalb rückte die Crew aus, fuhr zum Ausfallort und wechselte dort den beschädigten Reifen, sodass Leuchter im Rennauto die Fahrt fortsetzen und an der Box aufgeben konnte. Eine Weiterfahrt des Falken-Porsche war nach dem Reifenschaden nicht geplant. Trotzdem wurde das Team für das Eingreifen außerhalb der Boxengasse disqualifiziert.

„Wir hatten uns die Sache natürlich etwas anders vorgestellt. Aber Motorsport ist kein Wunschkonzert“, sagte Sven Schnabl. „Deshalb gilt für uns: Wir haken das ab und bereiten uns konzentriert auf die 24h-Qualifiers am kommenden Wochenende vor. Dann treten wir wieder mit zwei Autos an – und wollen uns in eine möglichst gute Ausgangslage bringen. Denn für uns ist das 24-Stunden-Rennen der klare Saisonhöhepunkt.“

Der Langstrecken-Klassiker auf der Nürburgring-Nordschleife wird dieses Jahr vom 14. bis 17. Mai ausgetragen. Von 2014 bis 2024 hat Schnabl Engineering jedes 24h-Rennen mit mindestens einem Auto in den Top 10 beendet. 2015 belegte das Team den dritten Platz.