Schnabl Engineering meldet sich erfolgreich zurück: Der Rennstall aus Butzbach bei Frankfurt erzielte bei der 1. ADAC Eifel Trophy im Rahmen der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) 2026 seinen ersten Saisonsieg auf der legendären Nordschleife – und den ersten als Einsatzteam von Dunlop Motorsport.
„Mit diesem Ergebnis sind wir natürlich sehr zufrieden“, sagte Teamchef Sven Schnabl. Getrübt wird die Freude jedoch durch den späten Ausfall des Schwesterautos, das Dritter hätte werden können. „Diesen weiteren Podestplatz hätten wir gerne noch mitgenommen, aber dieses Mal hat es nicht sollen sein“, meinte Sven Schnabl.
Sein Team hatte sich bereits im Qualifying gut präsentiert: Klaus Bachler und Tim Heinemann gelang im Porsche 911 GT3 R von Falken Motorsports mit 7:57.520 Minuten die bisher beste Runde in diesem Jahr. Das ergab bei etwas mehr als drei Sekunden Rückstand den dritten Platz hinter Aston Martin und Mercedes-AMG. Nico Menzel und Sven Müller steuerten den Dunlop-Porsche gut 1,7 Sekunden dahinter auf den achten Platz unter 109 Teilnehmern.
„Es geht schneller“, sagte Teamchef Sven Schnabl. „Doch auf der Nordschleife kommen so viele weitere Faktoren ins Spiel. Und wenn du keine freie Runde erwischst, spielst du eben nicht ganz vorne mit. Aber mit dieser Ausgangslage können wir gut leben.“
Zumal beide Fahrzeuge gut ins vierstündige Rennen fanden: Menzel/Müller im Dunlop-Porsche mit der Nummer 17 und Bachler/Heinemann im Falken-Porsche mit der Nummer 44 etablierten sich gleich nach dem Start in der Spitzengruppe und schlugen bei Asphalttemperaturen von fast 60 Grad Celsius ein hohes Tempo an.
Menzel/Müller profitierten in Runde sechs von einem vorgezogenen Boxenstopp: Das Duo von Schnabl Engineering entging so einigen Code-60-Phasen und konnte sich an die Spitze setzen. „Das war definitiv die richtige Entscheidung“, erklärte Sven Schnabl. „In diesem Fall hat unser Timing perfekt gepasst. Und auch anschließend lief bei der Nummer 17 alles bestens.“
Doch kurz vor Schluss wurde es noch einmal spannend: Eine späte Gelbphase ließ die Verfolger aufholen und unmittelbar vor der Zieldurchfahrt in Schlagdistanz geraten. Menzel/Müller blieben jedoch vorne und retteten 0,319 Sekunden Vorsprung über die Linie. „Da darf man von einem echten Herzschlagfinale reden“, sagte Teamchef Sven Schnabl. „Kompliment an das gesamte Team: Wir haben im entscheidenden Moment die Ruhe bewahrt und das tolle Ergebnis nach Hause gebracht.“
Bachler/Heinemann hatten ihren Falken-Porsche dagegen bereits abgestellt: Nach drei Vierteln der Distanz war es in einer Gelbphase zu einem Missverständnis mit einem nachfolgenden Auto gekommen. Heinemann bremste im Streckenabschnitt „Fuchsröhre“ stark ab und wurde am linken Hinterrad touchiert. Das zog einen Plattfuß nach sich, der zunächst wie ein größerer Schaden anmutete. Deshalb nahm Schnabl Engineering das Auto auf Platz drei liegend aus dem Rennen.
„Mit nur einem Reifenschaden hätten wir natürlich weitermachen können. Aber erstens kannst du in einem Rennen nur mit den Informationen arbeiten, die dir gerade vorliegen, und zweitens wäre der dritte Platz ohnehin futsch gewesen: Wir hätten bei der Fahrt zurück an die Box und beim Reifenwechsel zu viel Zeit verloren“, erklärte Sven Schnabl.
Genug Zeit nimmt sich Schnabl Engineering nun für die Auswertung der Daten und die Instandsetzung der Fahrzeuge, denn der Rennstall aus Butzbach bei Frankfurt kehrt erst im September an die Nürburgring-Nordschleife zurück – das KW 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen als siebten NLS-Saisonlauf am 1. August lässt das Team planmäßig aus, absolviert jedoch am 12. und 13. September den „Doppelpack“ aus 65. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen und 66. ADAC ACAS Cup über eine Distanz von jeweils vier Stunden.