Erst hatte Schnabl Engineering kein Glück. Dann kam auch noch Pech dazu: Beide Autos des Rennstalls aus Butzbach bei Frankfurt fielen beim berühmten 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife nach separaten Zwischenfällen vorzeitig aus.
Teamchef Sven Schnabl sagte: „Bei einem Langstreckenrennen musst du erst einmal durchkommen. Das haben wir nicht geschafft – zu einem großen Teil unverschuldet. Aber es ist, wie es ist.“
Das wichtigste Rennwochenende des Jahres hatte für das Einsatzteam von Falken Motorsports und Dunlop Motorsport bereits schwierig begonnen. Im mehrstufigen Qualifying schaffte es nur der Falken-Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 44 unter die Top 20. Klaus Bachler, Tim Heinemann, Sven Müller und Morris Schuring sicherten sich am Ende mit 8:15,689 Minuten den 17. Startplatz unter 159 Teilnehmern und waren damit zweitbester Porsche im Feld. Julien Andlauer, Dorian Boccolacci, Nico Menzel und Alessio Picariello im Dunlop-Schwesterauto mit der Nummer 17 kamen in 8:19,941 Minuten auf Platz 27.
„Viel Verkehr und einige Code-60-Phasen haben uns im Qualifying das Leben schwer gemacht“, erklärte Sven Schnabl. „Und natürlich: Es ist immer besser, weiter vorne zu stehen, weil man dann nicht von Anfang an einem Rückstand hinterherfährt.“
Immerhin: Schnabl Engineering erwischte mit beiden Autos einen guten Start ins Rennen. Allein in der ersten Stunde rückte der Falken-Porsche auf Platz sechs nach vorne. Der Dunlop-Porsche folgte auf Platz 18. Doch die Aufholjagd gestaltete sich schwierig: Kleinere Zwischenfälle zogen noch in der Anfangsphase des Rennens einige Reparaturen nach sich. Trotzdem hielten sich beide Autos konstant in der Spitzengruppe. „Alles in allem sind wir gut vorangekommen“, sagte Teamchef Sven Schnabl.
Am Ende des ersten Renndrittels aber überschlugen sich die Ereignisse: Weil ein zu überrundendes Fahrzeug vor ihm plötzlich die Linie wechselte, wich Schuring im Falken-Porsche aus und traf dabei unglücklich einen Randstein. Sein Auto wurde ausgehebelt und krachte in die Leitplanken. Die dabei entstandenen Schäden stellten sich als zu groß heraus: Schnabl Engineering nahm die Nummer 44 nach 53 Runden aus dem Rennen.
Der Dunlop-Porsche lag daraufhin seinerseits auf Top-10-Kurs, doch nach 62 Runden ging es auch für dieses Auto nicht mehr weiter: Ebenfalls beim Überrunden eines langsameren Fahrzeugs in den Nachtstunden geriet Picariello am rechten Fahrbahnrand aufs Gras, drehte sich weg und schlug so hart in die Banden ein, dass ein Weiterfahren nicht möglich war – Totalschaden.
„Es war natürlich sehr hart für uns, beide Autos so kurz nacheinander zu verlieren. Das haben wir nicht verdient. Aber ich kann hier niemandem einen Vorwurf machen – am wenigsten unseren Fahrern“, sagte Sven Schnabl. „Denn wenn du lupfst und eben nicht die Lücke suchst, dann kommst du in diesem Verkehr nicht weiter und verlierst Zeit. Das ist eben das große Risiko bei diesem Rennen.“
Dieses Risiko machte sich für Schnabl Engineering nicht bezahlt. Das Team reiste zum zweiten Mal in Folge mit einem Doppelausfall vom 24-Stunden-Rennen ab, nachdem es zuvor elf Jahre lang (!) jeweils mindestens ein Auto in die Top 10 gebracht hatte. „Dieses Mal haben wir vermutlich ein Podestergebnis verpasst“, sagte Teamchef Sven Schnabl. „Das wäre bei unserem Speed, unseren Positionen und dem weiteren Rennverlauf durchaus realistisch gewesen.“ Stattdessen aber muss Schnabl Engineering in den kommenden Wochen zwei kaputte Rennautos reparieren.
Doch das Nordschleifen-Comeback lässt nicht lange auf sich warten: Bereits am 20. Juni greift der Rennstall aus Butzbach wieder ins Geschehen ein und absolviert die 1. ADAC-Eifel-Trophy im Rahmen der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS). In dieser Meisterschaft hat Schnabl Engineering 2026 bereits einen Podestplatz erzielt – nach insgesamt drei Siegen und vier weiteren Podestplätzen im Vorjahr.