Doppelsieg und Podium: Das fast perfekte Wochenende für Schnabl Engineering

Sechs Rennen, vier Siege: Schnabl Engineering hat seine Erfolgsserie in der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) 2025 fortgesetzt und beim „Double-Header“ der Meisterschaft am 13. und 14. September drei weitere Podestplätze erzielt – darunter den bereits dritten Doppelsieg in diesem Jahr. Beinahe hätte das Einsatzteam von Falken Motorsports sogar beide Läufe auf den Plätzen eins und zwei beendet. Doch das „perfekte Wochenende“ blieb dem Rennstall aus Butzbach bei Frankfurt verwehrt.

„Wir sind trotzdem zufrieden mit unserem Abschneiden“, sagt Teamchef Sven Schnabl. „Natürlich hätten wir auch im zweiten Rennen gerne einen Doppelsieg erzielt, aber es hat nicht sollen sein. Am Speed und am Einsatz hat es jedenfalls nicht gemangelt: Wir waren stark und fehlerfrei unterwegs.“

Das hatte Schnabl Engineering bereits im verregneten Qualifying am Samstagmorgen unter Beweis gestellt: Julien Andlauer und Joel Sturm hatten sich mit 9:13.786 Minuten die Pole-Position für den 65. ADAC ACAS Cup gesichert – mit über 4,6 Sekunden Vorsprung auf die Zweitplatzierten. Tim Heinemann und Benjamin Leuchter belegten im zweiten Falken-Porsche 911 GT3 R weitere gut fünfeinhalb Sekunden dahinter den fünften Platz unter 116 Teilnehmern.

Im Rennen ließen die beiden markant grün-blauen Fahrzeuge der Konkurrenz auf trockener Strecke keine Chance: „Wir lagen rasch auf den Plätzen eins und zwei und sind dann sauber durchgekommen“, erklärt Teamchef Schnabl. „Es hat einfach alles gepasst: Die Fahrer und die Crew haben einen guten Job gemacht, unser Timing war gut und selbst der Regen zwischendurch konnte uns nichts anhaben. Im Gegenteil: Wir waren unter allen Bedingungen schnell.“

Andlauer/Sturm siegten am Ende der 4-Stunden-Distanz nach 27 Rennrunden mit 1:26 Minuten Vorsprung auf ihre Teamkollegen Heinemann/Leuchter, die ihrerseits 1:22 Minuten vor den Drittplatzierten die Ziellinie kreuzten.

Mit dem vierten Saisonsieg in der Tasche ging Schnabl Engineering tags darauf im Qualifying zum 64. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen auf erneut nasser Strecke bewusst kein Risiko ein. Andlauer/Sturm platzierten sich unter 101 Teilnehmern mit 8:53.274 Minuten direkt vor ihren Teamkollegen Heinemann/Leuchter auf dem dritten Platz. Zwischen den beiden Falken-Autos lagen gut fünfeinhalb Sekunden. Doch bereits in der ersten Rennrunde auf der 24,358 Kilometer langen Nürburgring-Nordschleife hatten die beiden Porsche dieses Handicap wettgemacht und lagen wie am Vortag auf den Plätzen eins und zwei.

Doch anders als im Samstagsrennen kamen die Fahrzeuge von Schnabl Engineering diesmal nicht ungeschoren durch: Heinemann geriet im Duell mit einem Gegner links außen von der Strecke ab und mit den Rädern in den Kies. Wenig später stellte sich ein Reifenschaden am Falken-Porsche mit der Nummer 4 ein, der das Auto gut zweieinhalb Minuten und einige Positionen kostete.

Derweil lagen Andlauer/Sturm im Schwesterauto mit der Nummer 3 sicher in Führung – bis Andlauer zwei Runden vor Schluss ausgangs des „Karussells“ auf den Kunstrasen kam und abflog. An eine Weiterfahrt war nicht zu denken: Zu groß waren die Schäden am Auto. Heinemann/Leuchter retteten nach 28 Rennrunden bei 2:05 Minuten Rückstand noch den zweiten Platz ins Ziel. Damit hat Schnabl Engineering bei jeder NLS-Rennteilnahme in diesem Jahr mindestens einen Podestplatz erreicht.

„Das ist das Gute an diesem Ergebnis“, sagt Teamchef Sven Schnabl. „Aber natürlich hatten wir uns das Rennende etwas anders vorgestellt. Doch einen Vorwurf können wir Julien nicht machen: Wir wissen noch nicht einmal, was genau in diesem Moment passiert ist. Klar ist nur: Es hat uns den Doppelsieg gekostet, und das ist ärgerlich. Das ist es immer, wenn dein Auto an erster Stelle liegend ausfällt. Aber ansonsten haben wir keinen Grund zu klagen: Wir haben in Anbetracht der Umstände noch das Beste draus gemacht und zumindest ein Auto unter die Top 3 gebracht. Unsere Wochenendbilanz fällt insgesamt positiv aus – zumal mit unseren neuen Fahrern Benjamin und Joel, die sich gut geschlagen haben.“

Zumindest beim 57. ADAC Barbarossapreis am 27. September wird Schnabl Engineering nicht daran anknüpfen: Das Einsatzteam von Falken Motorsports lässt den vorletzten NLS-Saisonlauf planmäßig aus und kehrt erst beim Finale am 11. Oktober zum 1. NLS Sportwarte-Rennen/Final Race of Champions noch einmal an die Nürburgring-Nordschleife zurück.