Doppelsieg beim „Doppelschlag“ der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS): Schnabl Engineering hat beim neunten Saisonlauf auf der legendären Nordschleife mit seinen beiden Autos die Plätze eins und zwei belegt. Bereits tags zuvor hatte das Team beim achten Saisonlauf einen weiteren zweiten sowie einen fünften Platz erzielt. „Das sind tolle Ergebnisse“, sagte Teamchef Sven Schnabl. „Wir können mit unserem Wochenende wirklich zufrieden sein.“
Dabei hatte die NLS-Doppelveranstaltung für den Rennstall aus Butzbach bei Frankfurt alles andere als nach Wunsch begonnen: Stammfahrer Sven Müller fiel kurzfristig aus, sodass mit Flynt Schuring ein Ersatzmann mit geringer Nordschleifen-Erfahrung einspringen musste. Außerdem fiel der geplante Reifentest am Vorabend der Veranstaltung dem schlechten Wetter zum Opfer. Schnabl Engineering ging daher mit deutlich weniger Erfahrungswerten als erhofft in das vorletzte NLS-Rennwochenende des Jahres.
Im Qualifying zum 65. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen fuhren beide Schnabl-Autos in die Top 10. Tim Heinemann/Morris Schuring platzierten den Falken-Porsche mit der Nummer 44 in 7:58.079 Minuten auf Startplatz sechs und waren damit bestplatzierter Porsche. Ihr Rückstand auf die Spitze betrug 4,736 Sekunden. Weitere 2,3 Sekunden dahinter erreichten Nico Menzel/Flynt Schuring im Dunlop-Porsche mit der Nummer 17 in 8:00.358 Minuten den achten Platz.
Im Rennen ging es für beide Porsche 911 GT3 R deutlich nach vorne: Heinemann/Morris Schuring kämpften bis zum Schluss um den Sieg und belegten nach 27 Rennrunden auf der Nürburgring-Nordschleife mit lediglich 0,308 Sekunden Rückstand den zweiten Platz. Ein spätes Überholmanöver im Verkehr auf der „Döttinger Höhe“ entschied das Duell mit dem Schubert-BMW. „Für das Herz war das nichts!“, sagte Sven Schnabl über die Überholszene. „Insgesamt war es aber ein gutes Rennen, wenn auch etwas unglücklich für unsere Nummer 17.“
Das zweite Schnabl-Auto mit Menzel/Flynt Schuring steckte über weite Strecken im Verkehr fest und belegte schließlich mit 1:28 Minuten Rückstand den fünften Platz unter 131 gestarteten Autos.
Nur noch 109 Fahrzeuge stellten sich tags darauf der Qualifikation zum 66. ADAC ACAS Cup. Schnabl Engineering trat dabei zunächst lange nicht in Erscheinung. „Weil es trocken war, fuhren wir erst spät hinaus – und wir hatten Glück mit unserem Timing“, erklärte Teamchef Sven Schnabl.
Die Strategie zahlte sich aus: Heinemann/Morris Schuring erzielten in 7:51.957 Minuten hauchdünn die Bestzeit und damit die erste Pole-Position für Schnabl Engineering in der NLS-Saison 2026. Nur 0,376 Sekunden dahinter belegten Menzel/Flynt Schuring im Schwesterauto den dritten Platz. „Eins und drei – das war schon ein klasse Resultat“, sagte Sven Schnabl. „Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir noch nie zuvor so schnell gefahren sind!“
Doch es kam noch besser: Unter schwierigsten Wetterbedingungen mit viel Regen bewahrten die Fahrer einen kühlen Kopf. Mit einer konservativen, aber letztlich effizienten Reifenstrategie hielten sich beide Schnabl-Porsche konstant in der Spitzengruppe. Nach vier Stunden und 25 Rennrunden standen die Positionen eins und zwei zu Buche – Doppelsieg für das Team aus Butzbach bei Frankfurt!
„Platz eins und Platz zwei – das ist natürlich ein Topergebnis“, sagte Teamchef Sven Schnabl. „Ich muss den Fahrern wirklich ein Kompliment aussprechen: Jeder, der sein Auto bei diesem Wetter auf der Strecke gehalten hat, hat eine Meisterleistung vollbracht. Es war einfach brutal, aber wir sind gut durchgekommen und hatten meist zur richtigen Zeit die richtigen Reifen drauf. Man könnte auch sagen: Wir waren die Boxenstopp-Könige!“
Damit hat Schnabl Engineering seine Saisonbilanz auf der Nürburgring-Nordschleife an nur einem Wochenende entscheidend aufgebessert: Das Einsatzteam von Dunlop Motorsport und Falken Motorsports kommt nach bisher acht Einsätzen auf zwei Saisonsiege und drei zweite Plätze sowie eine Pole-Position und drei weitere Top-3-Startplätze. „Diesen Schwung wollen wir unbedingt mitnehmen in das Saisonfinale“, sagte Sven Schnabl.
Bei der 2. NLS-Sportwarte-Trophy am 10. Oktober 2026 stellt sich Schnabl Engineering ein letztes Mal in diesem Jahr der Konkurrenz auf der Nordschleife. „Hoffentlich können wir das auch noch mit einem Reifentest kombinieren – der wäre wichtig mit Blick auf die Saison 2027“, erklärte Teamchef Sven Schnabl.
Denn auch 2027 will der Rennstall wieder angreifen: Neben den Läufen der Nürburgring-Langstrecken-Serie gilt das berühmte 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring als Saisonhöhepunkt für Schnabl Engineering.